
Thüringerin Paula Held bei Olympischen Jugend-Winterspielen vor Ort
Seit 9. Januar laufen die Olympischen Jugend-Winterspiele für Athleten zwischen 14 und 18 Jahren in Lausanne. Neben zwölf nominierten Thüringer Nachwuchssportlern ist als Beobachterin auch Paula Marie Held vom Skisportverein Erfurt 02 in der Schweiz dabei. Die 23-Jährige wird bis zum 22. Januar die Wettbewerbe, vor allem aber das organisatorische Umfeld der Olympischen Jugend-Winterspiele genau unter die Lupe nehmen.
„Ich habe mich im vergangenen Sommer über die Thüringer Sportjugend für das dsj academy camp der Deutschen Sportjugend beworben und wurde als Teilnehmerin auch dafür genommen“, freut sich die Erfurterin, die in Jena lebt und Business Administration im letzten Semester studiert. „Das dsj academy camp findet parallel zu den Olympischen Jugend-Winterspielen statt und gibt mir die Möglichkeit, mich zu sportpolitischen Themen, zu Werten im Sport und zu meinen olympischen Erfahrungen auszutauschen“, freut sich Paula Held. Im Oktober 2018 war sie bereits bei den Olympischen Jugend-Sommerspielen in Buenos Aires als Academy-Camp-Teilnehmerin dabei. „Dort hat sich mein Horizont für die Sportwelt enorm erweitert. Seitdem versuche ich aufmerksam das Sport- und jugendpolitische Geschehen zu verfolgen. Nun möchte ich herausfinden, wie Jugendbeteiligung im Wintersport in Zukunft aussehen kann.“
Die 23-Jährige engagiert sich bereits ehrenamtlich, ist im Skisportverein Erfurt 02 als Jugendwart tätig und arbeitet in einzelnen Projekten auch mit der Thüringer Sportjugend, der größten Jugendorganisation des Freistaates mit rund 136.000 Mitgliedern unter 27 Jahren, zusammen. „Die Liste an neuen Ideen, die ich von den Olympischen Jugend-Winterspielen für meine zukünftige Arbeit mitnehme, wird immer länger und wir haben erst einige Tage hinter uns. Besonders sind mir die Themen Gewinnung und Bindung von jungen Ehrenamtlichen, Jugendbildung und -inspiration sowie die Schaffung von Aufmerksamkeit für die olympische Bewegung wichtig“, erklärt die Studentin, die nach den Erlebnissen von Lausanne ihre Bachelorarbeit schreiben wird. „Eigentlich würde ich schon dran sitzen“, schmunzelt sie.
Abwechslungsreiches Programm für die 25 Camp-Teilnehmer
Doch vor der Arbeit kommt das Vergnügen. Dafür bietet das dsj academy camp vielfältige Höhepunkte. Noch vor der Eröffnungsfeier starteten die 25 Camp-Teilnehmer mit einer Stadtrallye durch Lausanne. Auch der Besuch im Olympischen Museum sowie der Biathlon- und Eisschnelllauf-Wettbewerbe standen auf dem Programm. Natürlich wurden dabei auch die Thüringer Athleten um Biathletin Nathalie Horstmann (WSC 07 Ruhla) und der Erfurter Eisschnellläuferin Victoria Stirnemann kräftig angefeuert. „Zwischen den Wettkämpfen sind wir auch deutschen Athleten begegnet. Das war aufregend“, gibt Paula Held zu.
Auch prominenten Sportpersönlichkeiten ist sie schon begegnet. Neben Tobias Knoch, dem Direktor der Deutschen Olympischen Akademie und dem Vorsitzenden der Deutschen Sportjugend, Jan Holze, trafen die Camp-Teilnehmer auch auf IOC-Präsident Dr. Thomas Bach. „Sie alle sind sehr interessante Charaktere, obwohl Jan Holze sicherlich zu den inspirierendsten ehrenamtlich engagierten Menschen gehört, die ich in der Vergangenheit kennenlernen durfte. Ich bin gespannt, wer uns noch erwartet.“
Was ist das dsj academy camp?
Das dsj academy camp ist Teil der dsj academy, des Qualifizierungsangebots der dsj für junge Engagierte aus den Mitgliedsorganisationen. Es richtet sich an Sportler zwischen 18 und 26 Jahren, die sich in den Nachwuchsstrukturen und Vereinen in verschiedenen Bereichen als Jugendvertreter, Trainer, Schiedsrichter, Juniorteamer und ehrenamtliche Nachwuchskräfte engagieren und Lust auf eine Fortbildung im internationalen Umfeld haben. Ziel ist es, ihnen Fähigkeiten und Kompetenzen zu vermitteln, die sie in ihrem Engagement stärken, persönlich bereichern und für die weitere Arbeit motivieren. Dabei wird vor allem der Blick über den Tellerrand gewagt und der internationale Blickwinkel auf die verschiedenen Themen gefördert. Es wird gemeinsam mit den jugendlichen Teilnehmenden geplant und gestaltet und soll die Idee der Olympischen Jugendspiele (gemeinsam wetteifern, lernen und teilen) widerspiegeln.

