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Besuch von Katrin Göring-Eckardt bei der Thüringer Sportjugend

Die Thüringer Sportjugend (THSJ) ist um den Jahreswechsel herum aus dem Staunen nicht herausgekommen: In vielen Workshops der vergangenen Jahre haben Freiwillige für eine Anpassung des Taschengeldes oder zumindest für einen Fahrtkostenzuschuss plädiert, denn alle Bereiche des Lebens sind teurer geworden – nichts ist passiert. Und plötzlich nimmt sich die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey des Themas an. Ihre Forderungen sind noch weitreichender – sie wollte gesetzlich festlegen lassen, dass jeder Jugendliche einen Anspruch auf einen Freiwilligenplatz hat. Ein Schritt in die richtige Richtung, fanden nicht nur die THSJ-Vertreter. Auch unter dem Aspekt, dass für 2019 insgesamt 65 Millionen Euro im Bundeshaushalt zusätzlich für die verschiedenen Freiwilligendienste bereitgestellt wurden. Obwohl sich also offensichtlich alle Parteien einig waren, dass die Freiwilligendienste ein unschätzbarer Wert für die Gesellschaft sind, kam im Frühjahr der Rückschlag – im Haushalt 2020 wurden von den 65 Millionen Euro 50 Millionen gestrichen.

Die Deutsche Sportjugend als Zentralstelle hat die THSJ um Unterstützung einer bundesweiten Kampagne gebeten, indem Bundestagsabgeordnete zu einem Gedankenaustausch eingeladen und sensibilisiert werden. Der Einladung der THSJ folgte Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen) gern und hatte zudem aus ihrer Fraktion Bundestagsmitglied Dr. Anna Christmann aus Baden-Württemberg „mitgebracht“, die für freiwilliges Engagement zuständig ist. Auch der THSJ-Vorsitzende Robert Fischer und der neue LSB-Hauptgeschäftsführer Thomas Zirkel waren bei dem Gespräch dabei. Gemeinsam erörterte man das Problem, dass sinkende Bundesgelder auf Landesebene nicht ausgeglichen werden, was unweigerlich dazu führt, dass der monatliche Eigenanteil der Einsatzstellen steigt. Eine Erhöhung dieser Gelder hatte bereits vor elf Jahren dazu geführt, dass etwa 50 Prozent der Einsatzstellen im Sport ihr Engagement in diesem Bereich einstellen mussten. Ein ähnliches Szenario könnte also nach 2020 eintreten. Mit Ablauf der EU-Förderperiode zum 31. Dezember 2020 wird es für die Folgejahre zu Veränderungen in der Finanzierung öffentlicher Projekte, nicht nur in den Freiwilligendiensten in Thüringen, kommen. Dazu gibt es noch keine eindeutigen Aussagen des Thüringer Jugend-ministeriums. Den Sport in Thüringen könnte es also gleich doppelt treffen, wenn sich die EU und das Land zurückzögen.

Göring-Eckardt versprach, dass der Sport und die Freiwilligendienste mit ihrer Unterstützung rechnen könnten. In einer ersten Runde im Juni 2019 – auf Regierungsebene – gab es zumindest nicht den erwarteten Erfolg. Eine Entscheidung dazu wird es nun im September bei der Diskussion des Bundeshaushaltes für 2020 im Bundestag geben. Bis dahin wird die Thüringer Sportjugend alle Möglichkeiten nutzen, um mit Entscheidungsträgern ins Gespräch zu kommen. Ein zweiter Termin mit dem Bundestagsabgeordneten Carsten Schneider (SPD) hat bereits stattgefunden...Fortsetzung folgt!

Katrin Göring-Eckardt (rechts im Bild) zu Besuch bei der Thüringer Sportjugend. Foto: Alexander Link